Sports Without Borders – Wenn 3x3-Basketball zur Brücke zwischen Menschen wird
Neues Erasmus+ Projekt von Brezn e.V. mit Partnern aus Deutschland, Kroatien, Zypern und Serbien
Wir freuen uns, ein neues internationales Projekt ankündigen zu dürfen, das uns in den kommenden zwölf Monaten begleiten wird: „Sports Without Borders – Unity Through Physical Activity" (kurz: SUPER – Sport Uniting People for Equality and Respect). Gefördert im Rahmen des Erasmus+ Programms der Europäischen Union (Leitaktion „Mobilität von Fachkräften der Jugendarbeit", KA153-YOU) bringt Brezn e.V. als antragstellende Organisation ein starkes europäisches Konsortium zusammen, um Sport konsequent als pädagogisches Werkzeug für Inklusion, Teilhabe und psychisches Wohlbefinden junger Menschen zu etablieren.
Das Projekt läuft vom 1. Juni 2026 bis zum 31. Mai 2027 und wird von der deutschen Nationalagentur JUGEND für Europa unterstützt.
Die Idee hinter dem Projekt
In allen beteiligten Organisationen ist Sport längst ein bewährter Türöffner: Er bringt junge Menschen zusammen, motiviert und schafft niedrigschwellige Zugänge. Doch genau hier liegt auch eine gemeinsame Herausforderung. Sportliche Angebote bleiben häufig isolierte Ereignisse, statt zu bewusst gestalteten Prozessen der Jugendarbeit zu werden. Fachkräften fehlt oft das methodische Rüstzeug der non-formalen Bildung, um aus einer sportlichen Aktivität ein echtes pädagogisches Werkzeug für soziale Inklusion und persönliche Entwicklung zu machen.
Genau an dieser Stelle setzt „Sports Without Borders" an. Das Projekt professionalisiert die Schnittstelle zwischen Coaching und Jugendarbeit – und begleitet Fachkräfte auf dem Weg vom reinen Sportorganisator hin zur pädagogischen Begleitperson. Im Zentrum stehen zwei Methoden mit besonderem Potenzial: 3x3-Basketball und erlebnispädagogisches Lernen (adventure-based learning). Beide eignen sich hervorragend, um Regeln bewusst zu verändern, Beteiligung zu ermöglichen und Räume zu schaffen, in denen auch Geflüchtete, Jugendliche aus ländlichen Regionen oder junge Menschen mit besonderen Lernbedürfnissen selbstverständlich dazugehören.
Ein Konsortium aus vier Ländern
Das Projekt lebt von der Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Vier Organisationen bündeln ihre Erfahrung und ihre lokalen Perspektiven:
Brezn e.V. (München, Deutschland) – antragstellende Organisation und Koordinator, spezialisiert auf Jugendentwicklung durch Sport und non-formale Bildung, mit besonderem Schwerpunkt auf Basketball und 3x3-Initiativen.
Moufflons (Nikosia, Zypern) – arbeitet mit Sport und non-formaler Bildung und legt einen besonderen Fokus auf die Einbindung junger Frauen und Mädchen, die soziale oder wirtschaftliche Barrieren erleben.
Trieskec (Vrčin / Belgrad, Serbien) – bringt die Perspektive ländlicher Jugend und die Arbeit gegen soziale Isolation ein.
Košarkaški Klub Ogulin (Ogulin, Kroatien) – ein Basketballverein, der sich intensiv mit dem Thema Jugend-Dropout auseinandersetzt und nachhaltige Ansätze zur langfristigen Bindung junger Menschen sucht.
Gemeinsam qualifizieren die Partner 40 Fachkräfte der Jugendarbeit im Alter zwischen 18 und 35 Jahren – Menschen, die bereits heute mit jungen Menschen in schwierigen Lebenslagen arbeiten und ihre Praxis nun auf ein neues methodisches Fundament stellen möchten.
Wie das Projekt aufgebaut ist
„Sports Without Borders" ist als langfristige, aufeinander aufbauende Lernreise angelegt. Sie führt von der digitalen Vorbereitung über praktisches Erproben bis hin zur festen Verankerung in der Arbeit vor Ort. Als roter Faden dient der Zyklus des erfahrungsbasierten Lernens (Experiential Learning Cycle).
Phase 1 – Das digitale Preparatory Lab
Bereits rund einen Monat vor den Präsenztreffen kommen die Teilnehmenden in drei virtuellen Arbeitstagen zusammen. Sie steigen inhaltlich ins Thema ein, lernen sich interkulturell kennen und kartieren gemeinsam die Herausforderungen von Ausgrenzung und Abbruch in ihren jeweiligen Regionen. Eine digitale Selbsteinschätzung auf Grundlage des ETS-Kompetenzmodells hilft dabei, individuelle und organisationale Entwicklungsfelder zu erkennen. So beginnt das Training von einem gemeinsamen Verständnis realer Bedürfnisse aus.
Phase 2 – Trainingskurs in Deutschland: „Logistik der Inklusion"
Der erste siebentägige Präsenzkurs findet in Deutschland statt und widmet sich der Entwicklung des gemeinsamen Inclusion Toolkits. Im Mittelpunkt stehen methodische Vielfalt und aufsuchende Arbeit im urbanen Raum. Die Teilnehmenden erproben niedrigschwellige Aktivitäten wie Geocaching und Straßenspiele, besuchen Einrichtungen der Geflüchtetenhilfe und erhalten so direkte Einblicke in die psychosozialen Bedürfnisse geflüchteter Menschen. Workshops zu nonverbaler Kommunikation, Vertrauensaufbau und Konfliktlösung übersetzen diese Erfahrungen in konkrete pädagogische Praxis.
Phase 3 – Trainingskurs in Kroatien: Der „3x3 Innovation Hub"
Der zweite siebentägige Kurs wird von Košarkaški Klub Ogulin in Kroatien ausgerichtet und stellt Jugendbindung und Resilienz in den Mittelpunkt. Hier lernen die Fachkräfte, das 3x3-Format pädagogisch zu „dekonstruieren" – Regeln und Rollen so anzupassen, dass Eigenständigkeit, Leadership und Zugehörigkeit gestärkt werden. Erlebnispädagogische Methoden wie Kajakfahren und Waldwanderungen dienen als soziales Labor für Gruppendynamik, Kooperation und mentale Stärke. Den Höhepunkt bildet ein Multiplier-Turnier, bei dem die entwickelten Methoden gemeinsam mit 40 jungen Menschen aus der Region Ogulin in der Praxis getestet werden.
Phase 4 – Umsetzung und Nachhaltigkeit vor Ort
Nach den Präsenzphasen wird das Gelernte in die Fläche getragen. Jede Fachkraft führt in der eigenen Organisation einen lokalen Pilot-Workshop durch und erreicht dabei mindestens 40 junge Menschen pro Land – insgesamt also mindestens 160 junge Menschen in den vier Partnerländern. Drei Monate nach der letzten Mobilität folgt eine strategische Auswertung, die überprüft, wie erfolgreich die Methoden in die Jahresarbeitspläne und die reguläre Praxis der Partner übergegangen sind.
Für wen das Projekt gedacht ist
Die 40 Teilnehmenden sind keine allgemeinen Begünstigten, sondern strategisch ausgewählte Multiplikatorinnen und Multiplikatoren: fest eingebundene Mitarbeitende oder langjährige Ehrenamtliche der Partnerorganisationen, die bereits mit jungen Menschen arbeiten, die von sozialer Ausgrenzung, Flucht, psychischen Belastungen, geschlechtsbezogenen Barrieren oder ländlicher Isolation betroffen sind. Sie alle bringen Erfahrung darin mit, junge Menschen über den Sport zu erreichen – und den klaren Wunsch, ihre Arbeit methodisch weiterzuentwickeln. Weil das Wissen so direkt in die Institutionen zurückfließt, sorgt das Projekt für eine dauerhafte Aufwertung der Jugendarbeit im gesamten Partnernetzwerk.
Was am Ende bleibt
Der Anspruch von „Sports Without Borders" reicht bewusst über den einzelnen Lernerfolg hinaus. Das Projekt strebt Wirkung auf vier Ebenen an – professionell, institutionell, an der Basis und im europäischen System:
24 Youthpass-Zertifikate dokumentieren die erworbenen Kompetenzen der teilnehmenden Fachkräfte entlang des europäischen Kompetenzrahmens (European Training Strategy).
Ein digitales Inclusion Toolkit mit mehr als 15 erprobten sportbasierten Methoden der non-formalen Bildung entsteht in Ko-Autorenschaft und wird als frei zugängliche Bildungsressource über die SALTO-YOUTH-Toolbox veröffentlicht.
Mindestens 160 junge Menschen profitieren unmittelbar von inklusiveren, hochwertigeren Sportangeboten.
Vier Organisationen verankern die inklusiven, sportbasierten Methoden fest in ihren Jahresarbeitsplänen.
Ergänzend entstehen praxisnahe „How-to"-Videotutorials, die über die Erasmus+ Projektergebnisplattform geteilt werden.
Durchgängig folgt das Projekt außerdem den Prinzipien grüner und digitaler Jugendarbeit: von abfallarmen Veranstaltungsformaten (Zero-Waste-Protokolle) bis hin zu digitaler Dokumentation – ein Beitrag zum ökologischen und digitalen Wandel im Sinne europäischer Prioritäten.
Ein Ausblick
Mit „Sports Without Borders" führen wir zusammen, was für uns untrennbar zusammengehört: die verbindende Kraft des Sports und die Haltung der non-formalen Bildung. Wir sind überzeugt, dass ein gut angeleiteter 3x3-Court, ein Wanderweg im Wald oder ein Kajak auf dem Wasser weit mehr sein können als sportliche Aktivitäten – nämlich Orte, an denen junge Menschen Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und Respekt erleben.
Wir halten euch über die einzelnen Projektphasen, Ergebnisse und Materialien auf dem Laufenden. Wer mehr über das Projekt oder eine mögliche Mitwirkung erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, mit uns Kontakt aufzunehmen.
„Sports Without Borders" wird im Rahmen des Programms Erasmus+ der Europäischen Union gefördert (Leitaktion KA153-YOU – Mobilität von Fachkräften der Jugendarbeit, Ausschreibung 2026). Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein Brezn e.V.; die Europäische Union haftet nicht für die weitere Verwendung der enthaltenen Informationen.