Drei Wochen als Coach beim Basketballcamp auf Zypern – mein Erfahrungsbericht Luisa Daum

Erfahrungsbericht von Luisa über drei Wochen als Trainerin beim Moufflons Basketball Camp 2026 in Agros, Zypern (19. Juli – 8. August 2026).

Drei Wochen, drei Gruppen und jede Woche ein Programm, das wir neu an die Kinder angepasst haben: Das Moufflons Basketball Camp in Agros war für mich eine der lehrreichsten und schönsten Erfahrungen als Trainerin. In diesem Bericht nehme ich euch mit durch meine Zeit vor Ort – vom Trainingsalltag über die Turniere bis zu den Aktivitäten abseits des Courts, darunter die Aqua-Fitness-Einheiten, die ich dank meines sportwissenschaftlichen Hintergrunds selbst leiten durfte. Ermöglicht wurde mein Einsatz im Rahmen einer Erasmus+ Mobilität von Brezn e.V.; Gastgeber vor Ort war der zyprische Verein Moufflons.

Ankunft und Organisation

Gemeinsam mit einer anderen Trainerin bin ich bereits mittags in Larnaca gelandet und wurde vom Campleiter persönlich abgeholt. Schon den ersten Nachmittag nutzten wir für organisatorische Aufgaben: Für jede Spielerin und jeden Spieler stellten wir einen Turnbeutel mit Camp-T-Shirts und Wendetrikot zusammen. Vor dem Abendessen trafen wir die Kinder zum ersten Mal auf dem Open Court, um sie spielen zu sehen und eine erste Gruppeneinteilung vornehmen zu können, bevor wir im großen Meeting die Shirts austeilten und alle Regeln erklärten.

Ein Detail, das sich im Laufe der Woche als sehr hilfreich erwies: Wir Trainer bekamen jeweils eine Smartwatch zur besseren Kommunikation untereinander. Wichtige Nachrichten konnte man so sofort am Handgelenk lesen, während man im Training sonst nicht am Handy ist – und den Kindern direkt am Ende einer Einheit Infos und Änderungen für den Nachmittag mitteilen.

Erste Woche: Grundlagen, Differenzierung und erstes 3x3-Turnier

In der ersten Woche fungierte ich als dritter Head Coach und wechselte je nach Bedarf zwischen den Leistungsgruppen. Der erste Tag diente vor allem der Einschätzung des Niveaus: Laufschule, Stretching, Grundlagen im Passen und Ballhandling, dazu eine Ballhandling-Übung mit Entscheidungsfindung, bei der ein Signalgeber hinter dem Dribbler Handwechsel und Abschluss vorgab.

Von da an differenzierten wir konsequent nach Leistungsniveau. Die Einsteiger arbeiteten an Grundlagen – Ein-Kontakt-Stopp mit Korbattacke, Cross-Step, Dribbel-Parcours an Hütchen mit In-and-Outs, Between-the-legs und Behind-the-back-Crossovern. Die Fortgeschrittenen vertieften Zwei-Kontakt-Stopps mit Shot-Fake und Spin-Move, Passspiel gegen Verteidigung, Pick-and-Pop und komplexe Aufbauspiel-Drills mit zwei Bällen. Immer wieder band ich kognitive Elemente ein – Tennisbälle, verdeckte farbige Hütchen und Reaktionsspiele auf Zurufe –, um Technik und schnelles Denken zu verbinden.

Zum Rahmenprogramm gehörten ein Ausflug in eine Mall in Limassol mit anschließendem Strand- und Wasserparkbesuch sowie eine extra Fitness-Einheit am Strand, die ein eingeladener Fitnesstrainer mit allen durchführte. Den sportlichen Wochenabschluss bildete am Freitag ein offizielles FIBA-3x3-Turnier, das den Spielern auch Ranking-Punkte einbrachte. Dank der Camp-Wendeshirts ließ sich immer leicht ein rotes gegen ein schwarzes Team aufstellen – die Spiele waren spannend und ein voller Erfolg zum Abschluss.

Zweite Woche: Vom Skill zur Spielsituation

Die zweite Woche folgte einem klaren roten Faden: vormittags Technik, nachmittags Anwendung. Nach Laufschule und dynamischer Dehnung arbeiteten wir in zwei niveaugerechten Gruppen an Ballhandling- und Passübungen und kombinierten diese mit Reaktions- und Entscheidungstraining. Nachmittags ging es dann darum, die am Vormittag geübten Skills gegen einen Verteidiger anzuwenden – die Spieler sollten erkennen, welche Attacke und welcher Abschluss gegen welche Art der Verteidigung passt. Wir begannen in beschränkten Bereichen und wurden schrittweise freier, bis hin zum offenen 1-gegen-1.

Ein besonderer Nachmittag war die Pool-Olympiade: In vier Teams lösten die Kinder Teamwork-Aufgaben wie den „Human Knot", transportierten auf Zeit Wasser und durchliefen eine Bogenschieß-Station, die ein eingeladener Pädagoge betreute, bevor zwei Spiele direkt im Pool das Turnier abschlossen. Die Gruppenspiele und das Finale des 3x3-Turniers trugen wir am Donnerstag aus, das Finale samt Platzierungsspielen am Abend auf dem Open Court. Den Freitag rundeten eine Skills Challenge – ein Parcours aus Würfen, Slalom, Sprüngen, Freiwürfen und Leiterdrills auf Zeit – und 5-gegen-5-Spiele mit wechselnden Bällen ab, auch gegen uns Coaches.

Dritte Woche: positionsspezifisches Training und Aqua Fitness

In der dritten Woche wurde es differenzierter und spielnäher. Wir arbeiteten an Angriffsoptionen nach einem indirekten Block – Curl, Backdoor-Cut, Flare und Aufposten – und zeigten den Spielern bewusst zuerst die offensiven Varianten, bevor sie sie gegen Verteidigung anwandten. Mittwochs stand positionsspezifisches Training für Aufbau-, Flügelspieler und Center auf dem Plan, das wir anschließend in Offense-Motion-Übungen zusammenführten.

Ein Höhepunkt war für mich der Dienstagvormittag: Dank meiner Ausbildung in der Sportwissenschaft und meiner Tätigkeit in einer ambulanten Reha habe ich Erfahrung in Aqua Fitness und konnte nach einer leichteren Trainingseinheit selbst eine Pool-Einheit mit den Kindern durchführen. So wollten wir den Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Programm auch außerhalb des Basketballs bieten. Ergänzt wurde die Woche durch Kontakt-Finishing-Übungen, Pick-and-Roll-Kontinuum, Fastbreak-Training und einen erneuten Ausflug zu Mall und Strand mit Workout im Sand. Den sportlichen Abschluss bildete am Freitag ein großes 3x3-Turnier, der Tag endete mit einem gemeinsamen Grillen an einem nahegelegenen See.

Mein Fazit

Ich blicke zurück auf drei lehrreiche, spaßige Wochen mit tollen Kolleginnen und Kollegen und großartigen Spielerinnen und Spielern. Jede Woche war einmalig, weil wir das Programm konsequent an die jeweiligen Teilnehmenden angepasst haben. Das Trainerteam hatte ein sehr hohes Niveau, und es hat Spaß gemacht, sich auszutauschen und gemeinsam weiterzuentwickeln – unsere Ideen hielten wir dabei lückenlos in einem Notizheft fest, das wir zu Campbeginn vom Campleiter erhalten hatten, und das uns zugleich als Ideenheft für die Zukunft dient.

Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung und durch das positive Feedback der Kinder zuversichtlich, dass wir ihnen eine richtig gute Zeit bereiten konnten. Mein Eindruck ist, dass wir auf einem sehr hohen basketballerischen Niveau arbeiten – und dass wir durch die Ergänzung von Aqua Fitness, Fitness, Yoga und weiteren Aktivitäten ein noch attraktiveres Rundum-Erlebnis schaffen können.

Dank

Mein Dank gilt dem Programm Erasmus+ der Europäischen Union, das diese Mobilität und den Austausch über Ländergrenzen hinweg erst möglich gemacht hat. Ebenso danke ich Brezn e.V. als entsendender Organisation für die Vorbereitung und Begleitung sowie unseren Gastgebern von Moufflons auf Zypern für die herzliche Aufnahme und die hervorragende Organisation vor Ort.

Diese Mobilität wurde von Brezn e.V. durchgeführt und im Rahmen des Programms Erasmus+ der Europäischen Union gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein Brezn e.V.; die Europäische Union haftet nicht für die weitere Verwendung der enthaltenen Informationen.

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Als Coach beim Basketballcamp auf Zypern – mein Erfahrungsbericht aus Agros