Game Changer – Ein deutsch-zyprischer Jugenddialog für besseren Schulsport
Ein Erasmus+ Jugendbeteiligungsprojekt, das junge Menschen aus München und Nikosia zu „Change Agents" für Bewegung, Gesundheit und moderne Sporterziehung macht.
Immer weniger Bewegung, marode Turnhallen, hohe Abbruchquoten im Vereinssport: Der „Sitzsport" ist längst Realität an vielen Schulen. Mit Game Changer: Ein deutsch-zyprischer Jugenddialog zur Reform des Schulsports und zur Förderung der lebenslangen Freude an Bewegung setzen sich junge Menschen aus Deutschland und Zypern genau dagegen ein. Das Projekt wird im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ (Leitaktion KA154-YOU – Jugendbeteiligungsprojekte, Ausschreibung 2026) gefördert, von der Nationalagentur JUGEND für Europa betreut und von BREZN e.V. aus München gemeinsam mit dem zyprischen Partner Moufflons umgesetzt. Projektlaufzeit: Juni 2026 bis Mai 2027.
Die Idee hinter dem Projekt
In München und Nikosia treffen zwei Probleme aufeinander: ein wachsender Bewegungsmangel bei jungen Menschen und ein infrastruktureller Notstand – fehlende oder marode Sporträume, die den Schulsport zunehmend in den Klassenraum verlagern. Zugleich steigen die Abbruchquoten im Vereinssport bei den 14- bis 18-Jährigen (U14–U18).
Game Changer will diese Entwicklung umkehren. Ziel ist es, Jugendliche zu befähigen, den Verlust ihrer Sporträume zu stoppen, Abbruchquoten zu senken und „Physical Literacy" – die Fähigkeit und Motivation, ein Leben lang in Bewegung zu bleiben – als Bildungsstandard für lebenslange Gesundheit zu verankern. Statt über die Köpfe junger Menschen hinweg zu entscheiden, macht das Projekt sie zu den Hauptakteuren: Sie recherchieren, gestalten Kampagnen und verhandeln direkt mit der Politik.
Ein deutsch-zyprischer Dialog
Das Projekt ist bewusst als bilateraler Austausch zwischen zwei Ländern angelegt, die ähnliche Herausforderungen teilen:
Deutschland – BREZN e.V. (München): Antragsteller und Koordination, mit langjähriger Erfahrung in internationaler Jugendarbeit und im Sportbereich.
Zypern – Moufflons (Nikosia): Partner mit starkem Fokus auf Jugendbeteiligung und non-formales Lernen im Mittelmeerraum.
Gemeinsam entwickeln die jungen Menschen aus beiden Ländern Forderungen und Lösungen, die über den nationalen Tellerrand hinausweisen und eine europäische Perspektive auf moderne Sporterziehung eröffnen.
Wie das Projekt aufgebaut ist
Game Changer verbindet direkten politischen Dialog, gemeinsame inhaltliche Arbeit, praktische Methodik und digitale Öffentlichkeitsarbeit.
Dialog: der „Policy Slam"
Ein „Policy Slam" bringt Jugendliche direkt mit Stadträten und Ministerien ins Gespräch – mit dem konkreten Ziel, Zusagen für die Sanierung von Turnhallen zu erwirken. Junge Menschen treten hier nicht als Bittsteller, sondern als sachkundige Verhandlungspartner auf.
Manifest: das „Physical Literacy Manifest"
Teilnehmende aus Deutschland und Zypern erarbeiten gemeinsam ein zweisprachiges „Physical Literacy Manifest" – ein Forderungspapier mit klaren politischen Positionen für eine moderne Sporterziehung, gerichtet an Politik und Sportverbände.
Methodik: das „Ball in Schools"-Modell
Über das bewährte „Ball in Schools"-Modell werden Nachwuchscoaches ausgebildet, die Bewegung auch dort ermöglichen, wo Ressourcen knapp sind. So entsteht Wirkung, die über das Projekt hinaus in Schulen und Vereinen trägt.
Digitale Advocacy
Eine IT-gestützte Kampagne aus Videos und Infografiken macht die Missstände sichtbar und verschafft besonders Jugendlichen mit geringeren Chancen eine starke, gut hörbare politische Stimme.
Für wen das Projekt gedacht ist
Game Changer erreicht insgesamt 187 junge Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren aus München und Nikosia – in zwei Rollen:
Eine Kerngruppe von „Change Agents" leitet die Recherche, erstellt die digitalen Inhalte und führt die Verhandlungen mit der Politik.
Eine breitere Gruppe aus Schüler:innen, Vereinssportler:innen und jungen lokalen Führungskräften nimmt an 3x3-Events und Umfragen teil, unterstützt das Manifest und wirkt als Multiplikator in Schulen und sozialen Netzwerken.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Inklusion: Mindestens die Hälfte der Teilnehmenden sind Jugendliche mit geringeren Chancen – darunter Geflüchtete aus dem „Open School"-Programm, junge Menschen aus einkommensschwachen Familien oder mit Migrationsgeschichte.
Was am Ende bleibt
Am Ende des Projekts stehen konkrete, weiterverwendbare Ergebnisse:
das zweisprachige Physical Literacy Manifest als Forderungspapier für Politik und Verbände;
eine digitale Kampagne mit Videos und Infografiken, die das „Sitzsport"-Problem sichtbar macht;
30 Youthpass-Zertifikate, die die erworbenen Kompetenzen der Kern-Jugendlichen formal dokumentieren;
ein Praxis-Toolkit als Leitfaden für Sportaktivitäten trotz Ressourcenmangel.
Vor allem aber bleibt eine Gruppe selbstbewusster junger Menschen, die erfahren haben, dass ihre Stimme etwas bewegt – und die gelernt haben, sich für gesunde, bewegungsfreundliche Lebensräume einzusetzen.
Ein Ausblick
Mit Game Changer möchten BREZN e.V. und Moufflons zeigen, dass Jugendbeteiligung mehr sein kann als Symbolpolitik: ein echter Hebel, um Schulsport und Bewegungskultur zu verändern. Organisationen, junge Menschen, Schulen und politische Akteure, die den Dialog begleiten oder das Manifest unterstützen möchten, sind herzlich eingeladen, mit uns in Kontakt zu treten.
„Game Changer" wird im Rahmen des Programms Erasmus+ der Europäischen Union gefördert (Leitaktion KA154-YOU – Jugendbeteiligungsprojekte, Ausschreibung 2026). Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein BREZN e.V.; die Europäische Union haftet nicht für die weitere Verwendung der enthaltenen Informationen.